Was ist Schönheit?

Heute morgen beim Duschen habe ich mir diese Frage gestellt:

Was ist eigentlich Schönheit?

Der Duden sagt dazu:

Schönheit wird allgemein als ein Merkmal von Objekten beschrieben, das die Wahrnehmung dieser Objekte angenehm macht. Zu solchen Objekten gehören Landschaften, Sonnenuntergänge, Menschen, Gebrauchsgegenstände oder Kunstwerke. In einem weiteren Sinn werden oft auch abstrakte Objekte wie Ideen, Erkenntnisse, Handlungen, Beziehungen, Situationen oder Erinnerungen als schön bezeichnet, was auch der umgangssprachlichen Verwendung des Begriffs „schön“ entspricht. Schönheit ist Gegenstand sowohl der Philosophie als auch der Psychologie und der Künste und Kunstwissenschaften.

Ein weiteres Merkmal von Schönheit ist, dass es sich um ein bewusst getroffenes Werturteil handelt. Das grenzt das Schönheitserleben von anderen positiven Empfindungen wie dem einfachen Wohlfühlen oder Lustempfinden ab. Als ästhetischer Wert steht der Schönheit die Hässlichkeit gegenüber. [….]

———– Zitat Ende ————

In der Definition kann man schon herauslesen, dass Schönheit also etwas sehr individuelles und subjektives ist. Denn das, was ich als schön empfinde kann mein Gegenüber ganz anders empfinden.

Wie kam es zu meinen philosophierenden Gedanken über Schönheit?

Ich habe schon früh in meinem Leben erfahren, dass ich als Person im Allgemeinen nicht als „schön“ empfunden werde, ganz im Gegenteil. Ich habe als Kind und Jugendliche alle erdenklichen Hänseleien erfahren und war immer „das hässliche Entlein“. Dabei habe ich auch selbst ein Bild davon in meinem Kopf entworfen, was Schön ist oder Hässlich. Und als Erwachsene habe ich gelernt, dass manche Menschen, die ich als wunderschön empfand, sich selbst als sehr hässlich empfanden. Und ich habe danach eine Menge über Glaubenssätze und Liebe gelernt.

Vielleicht fällt es mir deshalb heute so leicht, komplett unrasiert zu bleiben, obwohl mir eine Bekannte unlängst sagte: „Das ist doch nicht schön, das ist unhygienisch“. Auf meine Rückfrage, ob es denn automatisch bedeutet, dass ich die Dusche meide, weil ich die Rasur meide, hatte sie natürlich keine Antwort.

Ihre Antwort war: „Ja, das nicht, aber man sagt doch „Wer schön sein will muss leiden“.

Leiden und Rasur passen gut zusammen. Wie oft schneidet man sich, hat Pickel und wunde Stellen (besonders im Intimbereich) und immer wieder, alle paar Tage muss man das grässliche Jucken ertragen, wenn die Haare nachwachsen. Und das alles, weil sich der größte Teil der Gesellschaft darauf geeinigt hat, dass das jetzt ein Sinnbild für Schönheit ist. Es ist also schön, rasiert zu sein und schön, deshalb total pickelig und rotgeränderte Haut zu haben.

„Wer schön sein will, muss leiden!“

Wirklich? Müsste es nicht eigentlich heißen: „Wer schön sein will, ist einfach schön!“

Schönheit kostet jährlich Unmengen von Nerven, Geld und Partnerschaften. Um den Preis der „Schönheit“ werden Menschen verstümmelt, verunglimpft und in den Boden gestampft. Schönheit kostet sogar den Preis der Liebe, denn in einer Welt, die sich auf das Außen beschränkt, ist Liebe ein Fremdwort.

Bist du schön?

Bist du wirklich nur dann schön, wenn du einem Ideal entsprichst, das wenige Menschen entworfen haben, damit sie damit Geld verdienen können?

Bist du wirklich nur dann schön, wenn du eine bestimmte Zahl auf der Waage siehst, auch wenn der Preis dafür möglicherweise sogar „Gesundheit“ heißt?

Bist du wirklich nur dann schön, wenn mehrere Schichten verschiedenster Farben und Pasten auf dein Gesicht aufgetragen hast?

Bist du wirklich nur dann schön, wenn deine Haut aussieht wie die Haut eines Babys?

Bist du wirklich nur dann schön, wenn eine gewisse Anzahl von Menschen dir dies bestätigt?

Auf alle diese Fragen kennt du die Antwort. Nicht wahr? Denn im Grunde deines Herzens weißt du, dass die Anzahl der Follower auf dein Leben, das du siehst, wenn du in den Spiegel schaust, keinen wirklichen Einfluss hat – haben sollte.

Und dennoch – dennoch richtest du dich danach?

Machen wir ein Spiel

Sicher hattest du schonmal so etwas wie: „wenn ich erst so und soviel kg wiege, dann…)

Und ich wette – du hast es auch geschafft, du bist bei diesem „dann“ gelandet.

Und? Wie hast du dich dann gefühlt?

Überraschung!

Genauso wie vorher.

Ich dachte auch lange so. Wenn ich erst 56 kg wiege, dann fühle ich mich so unendlich schön, begehrenswert und einfach unschlagbar selbstbewusst. Als ich dann 56 kg gewogen habe (und nur ein paar Blättchen Salat und ein paar Salzstangen gegessen habe) war ich genauso unselbstbewusst, genauso unglücklich mit meinem Körper und genauso ununun und was es noch so alles an un´s gibt. Ich hatte das aus meiner Sicht perfekte Gewicht, und dann fing ich auf einmal an Dellen an meinem Körper zu sehen, unschöne Stellen, mein Bauch war zu dick und die Arme zu schwabbelig. Ich war also genauso da, wo ich vorher war. Ich habe das in meinem Leben insgesamt 2 mal mit dem Thema Gewicht erlebt. Und ich kenne wunderschöne, junge und sehr schlanke Frauen, die ihren Körper bemängeln, wo sie nur können, sich selbst beschimpfen als „hässlich“ und die in ständiger Disziplin und Selbstkasteiung durch das Leben gehen, voller Verachtung für ihren eigenen Körper. Wenn du lange einen Menschen so verachtest, bleibt er dann dein Freund? Und wenn du lange deinen Körper verachtest, möchte er dann gerne bei dir sein und das Leben auskosten?

Wie kann das sein?

Wie kann es sein, dass ich ein so großes Ziel erreiche und dennoch nicht das Gefühl von Glück und ganz selbstbewusster Schönheit erreiche?

Das ist die Frage, die du dir stellen kannst. Denn die Antwort darauf bringt dich wahrhaft weiter.

Was ist Schönheit?

Und damit sind wir wieder bei der Ausgangsfrage gelandet.

Was ist Schönheit eigentlich?

Eins ist sicher: es ist nichts, was wir scheinbar von Außen erreichen, tun oder nicht tun. Es hat nichts zu tun mit Pulver, Paste und OP. Es hat auch nichts damit zu tun, was ein anderer Mensch zu dir sagt: denn du weißt ja: du bekommst Komplimente, aber sie fallen an deiner selbstgebauten „Ich habe diese und jene Defizite und egal was du sagst, ich weiß es besser“-Mauer ab.

Schönheit ist also etwas, was ihren Ursprung ganz woanders hat.

Wahre Schönheit

Um die Antwort also zu entdecken lade ich dich ein, mit mir nach draußen zu gehen.

Wir setzen uns gemeinsam in diese Wiese, voller Gänseblümchen, Gras und Sonnenschein.

Und jetzt schauen wir uns um: wir nehmen den Duft wahr, wir nehmen die Blumen und die Schatten wahr, wir spüren die warme Sonne auf unserem Körper. Die langen Grashalme kitzeln uns am Arm und nach und nach fallen komische Gedanken von uns ab und versinken einfach im Boden. Wir fühlen uns wohl.

Wir sehen unverfälschte, echte, wahre Schönheit um uns herum. Keine angemalten Blumen mit komischen Farben. Keine Grashalme, die sich verbiegen, weil sie ein Schmetterling sein wollen.

Wir fühlen uns wohl, weil wir in einer Echtheit sind. Weil wir inmitten einer Einheit der Schönheit sitzen und weil wir dort umgeben sind von dem, was heutzutage als „Natur“ bezeichnet wird.

Und du?

Auch du – ja auch du bist genauso Natur.

Und wenn du so unverfälscht, wahr und echt bist, wie die Natur, dann bist du wunderschön. Du bist, was und wer du bist. Natur. Wunderschön.

Vielleicht probierst du es ja mal aus.

Sei schön! Und weißt du was? Das ist gar nicht schwer. Denn du bist es ja schon ♥

Ich wünsche dir einen wundervollen Tag!

Deine Susanne

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